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Das Fahrrad

Ein Fahrrad, kurz auch Rad, Schweizerdeutsch Velo (v. frz.: vélocipède = „Schnellfuß“, lat.: velox = schnell), ist ein in der Regel zweirädriges, einspuriges Landfahrzeug, das mit Muskelkraft durch das Treten der Pedale angetrieben wird. Es wird durch stabilisierende Kreiselkräfte der Räder sowie Gewichtsverlagerung und Lenkbewegungen des Fahrers im Gleichgewicht gehalten. Im Münsterland wird das Fahrrad „Leeze“ genannt.

Der Begriff „Fahrrad“ wurde durch Übereinkunft deutscher Radfahrervereine 1885 für „Bicycle“ (engl. v. frz.: le vélocipède bicycle = „das zweirädrige Veloziped“) eingeführt, ebenso „Radfahrer“ für „Bicyclist“ und „radfahren“ (heute „Rad fahren“) für „bicyceln“.

Das Fahrrad war das erste mechanische Individualverkehrsmittel. Nach der Nähmaschine war das Fahrrad das zweite technische Serienprodukt.

Die Entstehung des Fahrrades

1. Akt (1817-1820): Die Draisine

 

1817 erfand der badische Forstbeamte Freiherr Karl von Drais eine Laufmaschine, um längere Strecken schneller zurückzulegen. Nach ihrem Erfinder hießen die Laufmaschinen Draisinen (heute auch für kleine Streckenfahrzeuge der Eisenbahn), ihre Fahrer Draisinenreiter. Die Laufmaschine mutet uns heute fast banal an. Doch die Idee, dass zwei Räder zur Fortbewegung reichen, wenn nur der Fahrer mit einer Lenkung aktiv balancieren kann, war der Schlüssel zum modernen Fahrrad. Da Karl von Drais verbeamtet war, durfte er seine Erfindung nicht kommerzialisieren (wie heute gab es auch damals ein Nebentätigkeitsverbot!), sondern lediglich Lizenzen für den Nachbau vergeben. Raubkopien der Draisinen waren bald in der ganzen westlichen Welt zu finden. Der Laufmaschinen-Boom - in Gedichten und Stichen vielfach gehuldigt - währte allenfalls zwei Jahre. Zum Ende des Sommers 1819 hörte man kaum mehr von neuen Draisinen-Fans. Viele wurden von Balancierschwierigkeiten und schlechten Straßen entmutigt. Meist benutzten die Fahrer daher die Gehwege, woraufhin die Ordnungshüter das Fahren auf Gehwegen mit Geldstrafen zu ahnden begannen. Manche Fahrer weigerten sich auch, Unfälle oder verursachte Verletzungen zu verantworten: Nicht ihre Unaufmerksamkeit sondern die Maschine war schuld.

Intermezzo (1820-1861)

Das halbe Jahrhundert zwischen dem Laufmaschinen-Boom und dem Aufkommen von pedalgetriebenen Zweirädern war in Europa und den USA eine Zeit einfallsreichen Experimentierens. In fieberhafter Stimmung wurden Eisenbahnen, Transatlantikdampfer und das Telefon entwickelt. Dies inspirierte auch Handwerker und Tüftler: Auf der Jagd nach immer schnelleren Gefährten machen sie ganz entscheidende Erfindungen - jedoch zur falschen Zeit. Noch sind Europa und Amerika im Dampfmaschinen-Fieber. Möglicherweise konnte die Weiterentwicklung des Fahrrads nach dem zweiten "Startschuss" im Jahre 1861 nur deshalb so schnell erfolgen, weil viele der bahnbrechenden Ideen bereits angedacht waren.

2. Akt (1861-1870): Das Pedalveloziped

Der "zweite" Startschuss für die Fahrrad-Werdung fiel Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Frankreich. Eigentlich mit einer simplen Neuerung: Am Vorderrad einer Laufmaschine wurden Tretkurbeln mit Pedalen befestigt. Es ist allerdings nicht geklärt, wer zuerst Kurbeln an der Laufmaschine anbrachte und so das erste pedalangetriebene Zweirad entwarf. Die Antwort liegt unter einem Berg widersprüchlicher Behauptungen verborgen, die von Fabrikanten, Fahrradhistorikern und Radbegeisterten aufgestellt wurden. Warum es annähernd ein halbes Jahrhundert für den Schritt von der Laufmaschine zum pedalangetriebenen Zweirad bedurfte, ist ebenfalls nicht klar. Möglicherweise brauchte es seine Zeit, um die weit verbreitete Balancierangst zunächst beim Mode gewordenen Rollschuhfahren zu überwinden und endlich die Füße vom sicheren Boden auf Pedale zu setzen. Die Vélocipède, wie die neuen Gefährte hießen, traten einen Siegeszug um die ganze Welt an. Überall wurden Rennen gefahren - auch unter Frauen. In Frankreich stellte Pierre Michaux 1867 in Paris sein Fahrradmodell vor. 1869 gründete er die erste Fahrradfabrik der Geschichte und produzierte bis zu 200 Vélocipède pro Tag. 1870 brach die französische Vélocipède -Industrie jedoch über Nacht zusammen, als preussische Truppen das Land besetzen. England nutzte diese Lücke und stieg ins Fahrradgeschäft ein. In einer Nähmaschinenfabrik in Coventry wurden Vélocipède nach französischer Art ins Sortiment aufgenommen.

3. Akt (1870-1880) Das Hochrad

Den renn- und wettbesessenen Engländern war das französische Modell allerdings zu langsam. Noch galt die Gleichung: pro Pedaltritt eine Radumdrehung. Je größer also das Vorderrad, desto schneller die Fahrt. Mit der Einführung leichterer Materialien konnten die Hersteller das Vorderrad vergrößern. Die Hinterräder schrumpften entsprechend, um das Auf- und Absteigen zu erleichtern. Das Hochrad erfand sich praktisch von selbst. In Kürze schossen in England über 500 Clubs aus dem Boden, um dem neuen Hobby Hochradfahren zu huldigen: allerdings "Men only"! Das Hochradfahren erforderte Mut, Talent und akrobatische Geschicklichkeit, was die Fähigkeiten durchschnittlicher Frauen und Männer jedoch oft überforderte. Stürze über den Lenker waren an der Tagesordnung und verliefen bei Vorderradhöhen von rund 1,50 m selten glimpflich. Die Aufgabe war: Das Fahren sicherer zu machen, ohne an Geschwindigkeit zu verlieren.

4. Akt (ab 1884): Das Niederrad

Die englische Antwort auf das Problem: ein Übersetzungsgetriebe auf das verkleinerte Vorderrad. Als ob ein Knoten geplatzt sei, entwickelte sich das Fahrrad mit rasanter Geschwindigkeit weiter. Als Nächstes wird 1885 die Kraft per Kette auf das Hinterrad übertragen. Von den verschiedenen Konstruktionen jener Zeit erlangte der Rover (engl. "Wanderer") die größte Bekanntheit. Gebaut hatte ihn John Kemp Starley, ein Neffe des Hochrad-Konstrukteurs James Starley. Der Rover gilt als Vorläufer unseres modernen Fahrrads. Obwohl diesen in der Form verblüffend ähnlich, war eine Fahrt immer noch harte Knochenarbeit. Der schlechte Zustand der Straßen ließ Hersteller sogar schon Federungen in ihre Fahrräder einbauen. Der Luftreifen war zwar 1845 schon von Robert William Thomson patentiert worden, musste jedoch 1888 vom irischen Tierarztes John Boyd Dunlop

John Boyd Dunlops luftige Idee

Vom einfachen Luftreifen zum Hightech-Produkt

Der schottische Tierarzt John Boyd Dunlop kommt 1888 auf eine geniale Idee: Er zerschneidet eine seiner Gummischürzen und formt sie zu einem Schlauch. Damit ummantelt er eine einfache Holzscheibe und bläst den Schlauch auf.

erneut erfunden werden, um sich in der Fahrradindustrie durchzusetzen. Dunlop war bei der Entwicklung des luftgefüllte Reifen aus Kautschuk von der Elastizität von Schweinedärmen inspiriert worden. Mehrere Erfinder (u.a. der Franzose Edouard Etienne Michelin) variierten die Idee des Luftreifens und vereinfachten vor allem den Reifenwechsel. Nach einer kurzen Zeit des Experimentierens mit verschiedenen Rahmenformen bildete sich zu Beginn der 90er Jahre ein Rad heraus, dem das Standard-Herrenrades von noch verblüffend ähnlich ist: Der Rahmen ist der charakteristische Diamantrahmen (diamond, engl. "Raute") aus geraden Rohren, die Räder gleicher Größe sind luftbereift und der Antrieb erfolgt über eine Kette auf das Hinterrad. Die Freilaufnabe war schon 1869 erfunden worden, konnte sich aber erst um 1900 durchsetzen. Oft wurde sie mit einer Rücktrittbremse kombiniert, wie die bekannte Torpedo-Freilaufnabe mit Rücktrittbremse von Ernst Sachs aus Schweinfurt.

1893 - Ernst Sachs erhält für die erste Fahrradnabe das Kaiserliche Patent.

1895 - Tragbare Klappfahrräder werden bei den Manövern verwendet (Österreich)

1902 - Die Firma Wanderer aus Chemnitz lässt die erste Zweigangnabenschaltung patentieren.

1903 - Ernst Sachs bringt nach acht Jahren Konstruktionsarbeit die "Torpedo"-Freilaufnabe mit Rücktritt auf den Markt.

1905 - Radfahren auch nachts, dank Beleuchtung durch Karbidlaternen!

1906 - Kunstharz-Bakellit entwickelt

1910 - Kegelräder

zusammengestellt :   A. Häuslein

Stand: 18. Oktober 2013